Gehäusearten Basslautsprecher


Gehäusearten Basslautsprecher
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Hallo Freunde der Musik und Beschallung!

Wir möchten euch einen kleinen Einblick in die Welt der Lautsprechergehäuse geben (in diesem Fall vor allem für Basslautsprecher) und ganz grob die Vor- bzw. auch Nachteile der verschiedenen Arten aufzeigen. Es ist nicht ganz leicht herauszufinden, welches Gehäuse für welchen Einsatzzweck geeignet ist, da natürlich auch oft viele subjektive Aspekte bei einer Empfehlung dazu kommen. Wir versuchen hier alles so objektiv wie möglich zu erklären – einige Dinge sind zum Glück, unabhängig vom persönlichen Empfinden, definitiv festzuhalten. Also – los geht’s:

Das geschlossene Gehäuse

Von einem geschlossenen Gehäuse spricht man (klarerweise) dann, wenn keine zusätzlichen Öffnungen vorhanden sind. Die Box soll also so luftdicht wie möglich sein, sobald der Lautsprecher eingebaut ist. Es ist die einfachste Bauform von Lautsprechergehäusen.

Die Vorteile:

 

  • Kleiner als andere Kisten
  • Kaum bis keine Frequenzauslöschungen
  • Sauberer Klang

Die Nachteile:

 

  • Eigentlich nur, dass hier insgesamt weniger Pegel erreicht werden kann als mit anderen Bauformen, da – einfach gesagt – der vom Lautsprecher rückwärtig abgestrahlte Schall nicht genutzt wird.

Das Bassreflex Gehäuse

Diese Art hat eine zusätzliche Öffnung, die eigentlich ein Kanal ist. Durch diesen wird der vom Lautsprecher rückwärtig abgestrahlte Schall wieder aus dem Gehäuse geführt und bei korrekter Berechnung der Größe und Länge, ein Pegelzuwachs im berechneten Frequenzbereich erzielt. Es ist wohl die bekannteste und meistverwendete Gehäuseform.

Die Vorteile:

 

  • Deutlich höherer Schallpegel im Bassbereich möglich
  • Meist noch relativ einfach zu bauen

Die Nachteile:

 

  • Bei falscher Berechnung des BR-Kanals kann es zu Auslöschungen kommen
  • Ein zu klein dimensionierter Bassreflexkanal kann störende Luftgeräusche verursachen

Das Bandpass Gehäuse

Bandpass Gehäuse sind im Wesentlichen Mehrkammergehäuse. Mit dieser Gehäuseart ist es möglich in einem bestimmten Frequenzbereich (FrequenzBAND) einen hohen Wirkungsgrad erzielen.

Die Vorteile:

 

  • Hoher Wirkungsgrad im angestrebten Frequenzbereich (Tuningbereich)

Die Nachteile:

 

  • Leider ist der mögliche Frequenzbereich nicht besonders breit und der Pegel fällt über oder unter diesem sehr schnell ab. Man muss bei dieser Konstruktion einen goldenen Mittelweg zwischen Pegel und möglichem Frequenzbereich finden. Je breiter der getunte Frequenzbereich ist, desto weniger Wirkungsgrad und umgekehrt.
  • Die Impulswiedergabe leidet – es wirkt unpräzise und schwammig. (natürlich nur im Verlgeich zu anderen Gehäusearten – es gibt durchaus sehr gut klingende BP Gehäuse.

Ergänzung: Es gibt zusätzlich zum einfachen Bandpass Gehäuse auch noch mehrere Sonderformen auf welche hier der Einfachheit halber nicht weiter eingegangen wird. Allerdings hängen wir noch einige Grafiken dazu an.


Das Horn Gehäuse

Ein Horn-Lautsprechergehäuse ist eine ganz besondere Bauart, bei dem das der Schall durch eine Hornkonstruktion nach außen geführt wird. (das heißt, der Schall wird durch einen Kanal nach außen geführt, der zum Ende hin immer größer wird)

Die Vorteile:

 

  • Sehr hoher Wirkungsgrad
  • Hoher Pegel möglich
  • im Vergleich zu BR Gehäuse muss der Lautsprecher weniger Hub machen – Risiko für mechanische Überlastung also geringer

Die Nachteile:

 

  • Für sehr tiefe Frequenzen, sehr große Gehäuse nötig
  • Meist komplizierte Bauweise – bei Selbstbau also schwieriger.

Das Tapped-Horn Gehäuse

Das Tapped Horn ist eine spezielle Hornkonstruktion, welche es ermöglicht, die Baugröße eines Horns zu verkleinern, den Pegel bzw. den Output dennoch zu erhalten. Je nach Tuningfrequenz kann man hier richtig viel Pegel aus vergleichsweise kleineren Gehäusen holen.

Die Vorteile:

 

  • Die Tuningfrequenz kann niedriger angelegt werden, da das Gehäuse nun nicht mehr so groß werden muss
  • Sonst alles Vorteile eines normalen Horns

Die Nachteile:

 

  • Trotz der möglichen Verkleinerung der Gehäuse, immer noch groß.
  • Meist sehr komplizierte Bauweise – bei Selbstbau also schwierig.